Miteinander statt Gegeneinander: Das Demokratie-Trainingsprogramm Betzavta (hebräisch für "Miteinander") wurde 1988 am Adam Institute for Democracy and Peace in Jerusalem von Dr. Uki Maroshek-Klarman entwickelt. Das Institut entstand vor dem Hintergrund wachsender demokratiefeindlicher und nationalistisch geprägter Einstellungen in Israel. Die Ermordung des Friedensaktivisten Emil Greenzweig 1985 und kritische Schulberichte über Defizite in der politischen Bildung gaben den unmittelbaren Anstoss zur Gründung. Ziel von Betzavta ist es, Demokratie nicht nur theoretisch zu vermitteln, sondern sie im gemeinsamen Handeln erfahrbar zu machen. Heute ist Betzavta international etabliert und wird in Schulen, Universitäten, NGOs und Unternehmen eingesetzt. Die Methode ist ein Synonym für ein innovatives konfliktdidaktisches Konzept der politischen Bildung und fördert Demokratie, Menschenrechte und friedliche Konfliktlösung.
Betzavta/Miteinander eröffnet einen einzigartigen Zugang zu demokratischen Entscheidungsprozessen. Teilnehmende erfahren hautnah die Chancen und Herausforderungen, die mit Freiheit, Gleichheit, Wahlrecht sowie dem Verhältnis von Mehrheit und Minderheit verbunden sind.
Das Besondere: Konflikte werden nicht als Hindernis gesehen sondern als kreative Möglichkeit, neue Lösungen zu entwickeln - auf der Grundlage der Anerkennung, dass das Recht auf freie Entfaltung allen Menschen gleichermassen zusteht.
In den Demokratie-Trainings werden durch offene Übungen Situationen geschaffen, welche die Teilnehmenden mit widersprüchlichen Positionen und Bedürfnissen konfrontieren.
Dieses Vorgehen macht Demokratie nicht nur verständlich, sondern lebendig und erfahrbar.
Ein zentraler Bestandteil von Betzavta ist die Konflikt-Dilemma-Konflikt-Methode. Sie basiert auf der Erkenntnis: Wir akzeptieren das gleiche Recht einer anderen Person am ehesten, wenn wir ihre Position als mögliche eigene Alternative anerkennen.
Betzavta stärkt die Fähigkeit jedes Einzelnen, Konflikte demokratisch und respektvoll zu bewältigen.